Erich Colsman
Lebenslanger Familienunternehmer und Gesellschafter
Erich Colsman kann auf eine lebenslange Beschäftigung mit der Rolle von Unternehmertum, mit der Verantwortung von Eigentum und mit der Auseinandersetzung von partizipativer Führung zurückblicken.
Vita
Im Jahr 1942 in Langenberg (Bergisches Land) wird Erich Colsman als sechstes Kind einer Unternehmerfamilie geboren. Seine Vorfahren waren seit Jahrhunderten zunächst Kaufleute, später Textilfabrikanten.
Seine textile und kaufmännische Ausbildung enden im Jahr 1968 im Alter von 27 Jahren an der Universität Hamburg mit dem Abschluss zum Diplom-Kaufmann. Sehr früh bewegen ihn vor allem zwei Fragen: Wie kann man eine Organisation kollegial als „Gleicher unter Gleichen“ führen? Und nach welcher Antwort ruft die von Karl Marx aufgeworfene Frage nach der Berechtigung des Eigentums an Produktionsmitteln?
Bereits ein Jahr nach Abschluss der formalen Ausbildung folgt er einem väterlichen Notruf. Es hatte mehrere Fehlschläge bei der Suche nach einem Nachfolger für die Führung des 1829 gegründete Familienunternehmens Barthels-Feldhoff in Wuppertal gegeben. Erich Colsman tritt ins Unternehmen ein und erhält vom Vater umgehend unternehmerische Freiheit wie Verantwortung. Aus dem kurzen, dazwischen liegenden Jahr als Assistent eines mittelständischen Unternehmers hat er eine grundsätzliche Anregung mitgenommen: „Wenn ich zu meinen Kunden fahre, komme ich immer mit neuen Fragen zurück. Wenn ich in die Bilanz schaue, entstehen Freude oder Sorgen, aber keine neuen Ideen.“ Das war und ist für den Unternehmer Erich Colsman die Quelle seiner Motivation – mit Innovationen auf Kundenbedürfnisse zu reagieren. In diese Zeit fällt auch die Begegnung mit dem NPI, einem niederländischen Beratungsinstitut, dessen Gründer Bernhard Lievegoed neue Wege in der Organisationsentwicklung beschritten hat. Daraus entsteht eine Freundschaft und eine lebenslange Zusammenarbeit in den Themenfeldern Unternehmensorganisation und Mitarbeiterführung.
35 Jahre lang leitet Erich Colsman das heute in seinem 196. Jahr operierende Unternehmen, welches für seine textiltechnischen Komponenten bekannt ist. In der Mitte seines Lebens wird ihm deutlich, dass aus der Familie keine Nachfolgelösung gefunden werden kann. Für Erich Colsman ist dies der Auslöser, sich intensiver mit geeigneten Rechtsformen für eine außerfamiliäre Unternehmernachfolge auseinanderzusetzen. Er findet einen geeigneten Unternehmensleiter, dem er eine von den Erben weitgehend unabhängige Unternehmerbiografie ermöglicht. Eine Stiftungskonstruktion verschafft seinem Nachfolger in der Gesellschafterversammlung ein hohes Stimmgewicht und damit eine starke Position.
Bis zu seinem 75. Lebensjahr ist Erich Colsman Mitglied und zuletzt Vorsitzender im Gesellschafterausschuss eines mehr als 155 Jahre alten Familienunternehmens in der Lebensmittelbranche mit mehr als dreihundert Beteiligten auf der Gesellschafterseite. Neben der Mitarbeit in Leitungsgremien verschiedener Wirtschaftsverbände ist ihm zudem das Engagement in Beiräten mittelgroßer Produktionsunternehmen wichtig. Insbesondere bei Führungswechseln und Nachfolgethemen ist sein Rat gefragt. Außerhalb der Wirtschaft engagiert sich Erich Colsman in der anthroposophisch orientierten Bildung, im kirchlichen Kontext und in der biologischen Landwirtschaft. Seine Mitarbeit in Aufsichtsgremien von Unternehmen und im kirchlichen Bereich hat er mit dem 80. Geburtstag aufgegeben – bis auf die als Gast im Beirat von Barthels-Feldhoff. Sein Segelboot, das er nach der Weitergabe der operativen Verantwortung mit 65 Jahren erworben hatte, verkauft er im Jahr 2022 und gibt damit sein lebenslang gepflegtes Hobby des Fahrtensegeln auf
Erich Colsman
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